(Über)Lebenszeichen

Lange habt ihr auf ein Lebenszeichen von uns warten müssen, aber hier ist es endlich:

Nachdem Alina von ihrem Papa wieder nach Malaga gebracht wurde, konnten wir es nicht erwarten, ihr die wunderschöne Landschaft Tarifas zu zeigen. Wir sind morgens um 6 Uhr aus Malaga losgefahren und waren ca. 3 Stunden unterwegs. Sie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als ihr Blick dann endlich auf den schneeweißen Strand von Los Lances, Tarifa, fiel. Sie war ebenso begeistert wie wir und trieb sich die folgenden Tage ständig mit einem der Hunde in den Dünen und am Strand herum. Wir schauten uns mit ihr die große Düne an, durch die man mit dem Auto fahren kann und von der man einen herrlichen Blick auf Tarifa, das Meer und Marokko hat.Wenn Alina nicht gerade mit den Hunden unterwegs war, schlich sie um die Pferde auf dem Reiterhof, der direkt am Playa de los Lances liegt.

Wir haben Tarifa mit schwerem Herzen und einem Jobangebot im Gepäck im Januar wieder verlassen. Es war eine wunderbare Zeit, mit tollen Menschen und traumhafter Landschaft. Das Jobangebot für Zeenat kam aus Torrox, wo wir ja bereits eine Zeit lang waren und dort Verwandtschaft und Bekannte haben. Dort angekommen, standen wir zuerst in einer bei Freistehern bekannten Strasse neben einem großen Hotel. Das war für uns nach der Freiheit Tarifas natürlich fürchterlich. Nach einigen Tagen hat uns unser Bekannter allerdings einen Platz gleich unterhalb seines Hauses empfohlen, Meerblick inklusive. Sogar mit Strom versorgte er uns, das Kabel passte von seinem Haus genau bis zu uns. Die Hunde konnten dort wieder wunderbar laufen, und wir haben uns sehr wohl gefühlt.
Die Probetage in dem Geschäft liefen allerdings nicht so gut. Zugegebenermaßen hat Zeenat nicht so das Händchen für Mode. Das hat uns in ein ziemlich tiefes Loch geworfen, hatten wir doch alle Hoffnung in die Arbeit gesteckt. Die Spritkosten für unsere rollenden Gefährten haben doch ein ziemlich gähnendes Loch im Portemonnaie hinterlassen.


Deshalb haben wir uns direkt zu der Polizei in Torre del Mar begeben, um endlich unsere NIE (Steueridentifikationsnummer für Ausländer)zu beantragen. Die Schlange vor dem großen, grauen Kastengebäude war bereits relativ lang, was unsere Stimmung nicht gerade in den Himmel hob. Nachdem die Spanier zuerst dran waren und an die Ausländer Nummern verteilt wurden, ging es dann aber doch relativ schnell. Die Formulare hatten wir, in zweifacher Ausführung durch unsere Verwandten ausgedruckt, bereits ausgefüllt mitgebracht. Auch Kopien unserer Pässe hatten wir bereits gemacht. Lediglich bei der Adresse hatten wir kurze Schwierigkeiten. Ein Anruf bei der Behörde brachte uns allerdings Mut. Da Zeenat keinen Wohnort hat, sollte sie einfach „Caravana“ eingetragen. Die nette Sachbearbeiterin auf dem Kommissariat hat daraufhin nur noch hinzugefügt, in welcher Stadt wir uns aufhalten und schon war die Sache durch. Dann wollte sie unsere Pässe haben. Nun ja, Zeenats Pass wurde auf der Finca-Caravana irgendwie angefressen. Und zwar von ihren Hunden. Unordnung wird halt bestraft. Aber da noch alles gut zu lesen war, hat sie sich deshalb keine Gedanken gemacht. Bis zu dem kritischen Blick der Sachbearbeiterin wohlgemerkt. Nach einer holprigen englisch-spanischen Erklärung konnte sie sich allerdings das Lachen nur noch äusserst schwer verkneifen. Sie müsse sich allerdings noch mit ihrem Chef deswegen besprechen. Das Lachen aus dem Büro war nicht zu überhören. Mit erhobenem Zeigefinger kam nun der Chef aus dem Büro, gab uns zu verstehen, dass wir dringend einen neuen Pass beantragen müssen und er das nur ausnahmsweise durchgehen lassen würde. Wir bekamen nun einen Bezahlzettel, wurden zur nächsten Bank geschickt, bei der wir pro Person 9,70 € bar einzahlen mussten, gingen wieder ins Kommissariat und dort wurde uns mitgeteilt, dass wir morgen wieder kommen sollten. Am nächsten Morgen standen bereits doppelt so viele Leute an, wie am Tag zuvor. Wir hätten also doppelt so lange warten müssen, hätte uns die nette Dame vom vorigen Tag nicht erkannt und durchgewunken. Nach kurzem Suchen drückte sie uns zwei Zettel in die Hand fertig waren wir. Das war es schon. Alle hatten gesagt, wie schwer es wäre und dann das – hätten wir wirklich schon eher haben können – die NIE.

Wir nahmen die Idee der Märkte wieder auf, da wir dringend Geld brauchten. Aber wieder die nächste Entäuschung. Die NIE reichte hierfür nicht. Man braucht extra Genehmigungen, die wir aufgrund unserer fehlenden Sprachkenntnisse auch so einfach nicht beantragen können.

Ute wurde dann von unserem Bekannten gefragt, ob sie ihm, da wir momentan sowieso nicht viel zu tun hatten, ein Auto aus Deutschland abholen würde. Sie war natürlich gleich Feuer und Flamme, fährt sie doch für ihr Leben gerne Auto. Es lief nicht alles so glatt wie gehofft, aber HIER erfahrt ihr mehr über die abenteuerliche Fahrt nach Deutschland.

Währenddessen passierte bei Zeenat und Alina nicht allzu viel. Sobald sich irgendeine Art Wartemodus einstellt, fliegt die Zeit nur so. Die meiste Zeit hat Alina mit ihren Freunden und Zeenat mit den Hunden verbracht. Und Zeenat hat angefangen ein Buch zu schreiben. Die Geschichte, die sie erzählen wird, hat sich langsam in ihren Kopf geschlichen und wir freuen uns alle darauf, sie irgendwann in den Händen halten zu können.

Als Ute nach zwei Wochen, mit dem neuen Auto und unserem Wohnwagen Anton dahinter, auf den Schotterplatz fuhr, welcher sich nach 4 Wochen schon fast so wie Zuhause anfühlte, wurde sie tanzend und lachten von allen begrüsst. Wir stellten den Wohnwagen neben Eddy und machten uns einen gemütlichen Abend.

Gemütlicher Abend
Am Morgen hatte Ute dann dieses unbestimmte Gefühl, dass wir dort weg müssten. Wir beschlossen, wieder weiter zu fahren. Im Nachhinein war es nicht anders zu erwarten, manifestieren sich Utes Gedanken doch eigentlich immer. Die Policia Local kam am gleichen Tag um 14.30 Uhr. Sie waren sehr, sehr nett und entschuldigten sich beinahe, uns wegschicken zu müssen, aber die Anwohner hätten sich beschwert. Der Wohnwagen hat die Gemüter wohl erhitzt. Komisch, wir wollten zwar weiter, waren aber völlig überrumpelt, es zu müssen und dann auch noch so schnell. Bis 21 Uhr bekamen wir Zeit und die nächsten Stunden machte unser Bekannter alle Quellen wild, die er nur kannte. Er gab sich rührend viel Mühe. Und tatsächlich. Wir durften auf einen privaten Parkplatz mitten im Dorf umziehen. Allerdings ohne den Wohnwagen, den mussten wir woanders abstellen, was dann aber auch okay für uns war.Sicherer Platz
Dann die Katastrophe: Beim Anfahren an einem kleinen Huckel, ging plötzlich die Kupplung von Mathilde kaputt. Ute rollte einfach zurück, nichts war zu machen. Nur mit Anlauf schaffte sie auf einmal die kleinsten Hügel. Zum Glück ging es zu dem neuen Platz bergab, nicht anders herum. Ausführlich hat sie darüber auch bereits in ihrem BLOG berichtet.

Seit zwei Wochen stehen wir nun dort, unfähig weiter zu fahren, da wir keine Möglichkeit gefunden haben, Geld zu verdienen. Die Saison hat hier noch nicht wirklich begonnen, es gibt einfach noch keine anderen Jobs. Laut einem Kfz.-Mechaniker belaufen sich die Reparaturkosten auf ca. 500€. Das ist in etwa das Geld, dass wir gerade mal im Monat zum Leben haben. Mal schauen, wie wir das Problem nun lösen.

Manche mögen jetzt denken, wie leichtsinnig wir sind, wie naiv. Aber nein, das sind wir nicht. Wir haben ein Projekt gestartet, eins, dass uns die Schönheit dieser Welt vor Augen führt und die Kraft der Familie. Wir wollten wissen, wie weit wir kommen, wo unsere Grenzen sind, wie es ist, einen Traum zu leben und ob es für jeden möglich ist. Und was sollen wir sagen – wir bereuen nichts, nicht einen Kilometer. Wir sind reich, auch ohne Geld. Es ist alles andere als einfach. Aber das wussten wir. Und auch, wenn wir uns alles etwas leichter vorgestellt haben, ist es doch in Ordnung. Wir wachsen jeden Tag ein Stückchen mehr. Wir lernen jeden Tag dazu. Auch aus Fehlern lernt man. Und gescheitert sind wir noch lange nicht. Auch wenn wir momentan pleite sind, wir wissen, es wird weiter gehen. Wie der Weg aussieht, wird sich zeigen. Wir sind offen für die Prüfungen, die uns auferlegt werden und lassen täglich unsere Köpfe beim Brainstorming rauchen. Und siehe da – wir haben bereits erste Ideen, die uns weiter bringen können. Nur so viel sei bereits gesagt, es dreht sich um unser bestehenden Geschäft „Allerley Magisches“. Es wird einige Neuerungen geben, ihr dürft also gespannt sein.

Sobald es konkret wird, erfahrt ihr es natürlich!

 

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8 Kommentare

  1. Hallo, Ihr mutigen 3 + 4
    Wir 2 = Karin & Henri = fahren ab 09,2016 – 03,2017 zum Überwintern nach Spanien und um finanzielle Engpässe zu vermeiden haben wir uns einen mobilen Job gesucht und gefunden. Mit großer Freude starten wir hier in Berlin und wenn Ihr Interesse habt schicke ich Euch die Website (z. Zt. noch in Vorbereitung )L. G. Karin

    • Hallo Karin,
      vielleicht sehen wir uns dann ja mal hier in Spanien im Herbst/Winter – würden uns freuen. Schick uns doch mal Deine Website, wenn sie fertig ist. Würde uns schon interessieren.
      Liebe Grüße
      Zeenat, Alina und Ute

  2. Liebe 3G! Bin jetzt wieder mit dem WM unterwegs. Z.Z. In mazarron. Haus verkauft. Wo seid ihr genau? Vielleicht können wir uns ja mal wieder sehen. LG Rosi

    • Hallo Rosi,
      haben uns gerade gestern gefragt, was Du wohl noch so machst. Komm doch einfach mal nach Torrox, gibt einen schönen Freistehplatz hier.
      Liebe Grüße
      Zeenat, Alina und Ute

  3. scheitern tun die, die nichts versuchen.
    Die Erfahrung und das Erlebte kann euch keiner nehmen, einfach
    toll, wie ihr das macht. Wenn auch nicht immer so klappt, im „normalen Leben“ klappt oft viel mehr nicht, aber das ist ja normal…lach…ich Grüß euch ganz lieb…bald bin ich auch da…

    • Hallo Heidi,
      vielen, lieben Dank für Deine Worte. Freuen uns schon riesig, wenn wir Dich hier in Spanien sehen.
      Ganz liebe Grüße von
      Ute, Zeenat und Alina

  4. 3 G Powerfrauen …. diese Freiheit zu leben, ist es allemal wert zu kämpfen ….. ihr packt das Mädels ….. fühlt euch doll gedrückt :*

    • Hallo Petra,
      danken Dir für Deine aufmunternden Worte. Na klar, packen wir das. Drücken Dich auch.
      Ganz liebe Grüße
      Zeenat, Alina und Ute

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