Ignoranz

Eins haben alle unsere Hunde gemeinsam. Fremden Menschen wird erst einmal misstraut. Was wir als richtig empfinden, stößt bei unseren 2-beinigen Erdbewohnern auf wirkliches Unverständnis. So ist der Hund doch Kuscheltier und sollte von jedem geknuddelt werden.

Aber, nun haltet euch fest, der Hund ist auch im Jahre 2015 noch ein Tier, ein wildes Geschöpf, mit eigenem Charakter, Wünschen und Trieben. Es ist vielleicht unvorstellbar, aber nicht jeder Hund läuft schwanzwedelnd auf Menschen und andere Hunde zu. Und das ist vollkommen okay, denn selbst, wenn es wie z.B. bei Freya, nicht aufgrund von schlechten Erfahrungen zu einem Misstrauen gekommen ist, sondern einfach die Charaktereigenschaft eines Individuums ist, ändert es nichts an der Tatsache, dass ein Mensch respektlos dem Tier gegenüber ist.

Ein beispielhaftes Ereignis hat sich an dem Wochenende in Malsch zugetragen: Ein Kleinkind rennt auf die angeleinten Hunde hinter dem Stand zu, der Vater ein paar Schritte dahinter. Auf den Ruf, bitte das Kind nicht hinzulassen, wird erstmal doof geguckt. Er: „Beißen die?“ Ich: „Ich glaube nicht, aber die mögen das nicht!“ Er kommt immer näher, die Hunde sind bereits in ordentliches Gebell verfallen. Ich bitte ihn, die Hunde in Ruhe zu lassen, er kommt jedoch Schritt für Schritt näher und starrt die Hunde angriffslustig an. Mara empfindet es extrem als Angriff, wenn sie angeguckt und angesprochen wird. Also hab ich sie vorsichtshalber am Halsband festgehalten, da er immer näher kam. Er starrte und starrte und starrte. Selbst für mich war es ein purer Angriff, am liebsten hätte ich ihn gebissen. Ordentlich in die Wade. Blöder Kerl. „Die würden nicht beissen!“, sagt er, die würden bloß bellen. Geht´s noch? Dieser komische Typ setzt MEINE Hunde einfach so unter heftigsten Streß, gerade Freya, nur um für sich die Bestätigung zu erhalten, dass er sich doch ach so toll mit Hunden auskennt. Ich schüttel den Kopf über soviel Respektlosigkeit und Ignoranz. Nicht nur den Hunden gegenüber, auch mir, denn er hat mich nicht im Ansatz ernst genommen.

Unsere Hunde sind wunderbar. Sie lieben uns bedingungslos und sind (für uns) die reinsten Kuschelmonster. Sie passen auf uns auf und bewachen ihr Revier. Und das ist gut so. Genau so muss es sein, denn wir sind nicht für das Kuschelbedürfnis fremder Menschen verantwortlich.

Hunde haben, dem Denken der Einheitsmenschen nach, alle gleich zu sein. Wie der Golden Retriever vom Nachbarn, den die schon mal gestreichelt haben. Dass aber ein Schäferhund, allein vom Wesen her, misstraut und aufpasst, dass ein Podenco sehr zurückhaltend ist und mit Vorliebe Kleintiere jagt, wird gleich mal ignoriert. Wieso wollen Hunde auch Individuen sein, gleichen sich die meisten Menschen doch in Art und Denken wie ein Ei dem Anderen…

 

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