Der Topf voll Gold

Der letzte Abend auf der Finca-Caravana

Der letzte Abend auf der Finca-Caravana

Der Abschied von den Lieben auf der Finca-Caravana wurde von heftigem Sturm und kurzem, leichtem Regen begleitet. Sogar ein Regenbogen war weit hinter den Rosmarinsträuchern über den Bergen zu sehen. Wir folgten also gerne der Sonne in den Süden. Nach zehn Tagen auf einem Platz wurde es wirklich Zeit, wieder hinters Steuer zu kommen. Der Reisemodus war eingeschaltet.

Die Fahrt Richtung Meer (erst die A30 Richtung Murcía, dann auf die A7) werden wir so schnell sicherlich nicht vergessen, denn, wie im typischen Western, rollten die vertrockneten Büsche durch den Sturm in alle Himmelsrichtungen. Wir konnten nur äußerst langsam fahren, denn höchste Konzentration war geboten, um nicht hinterher zu fliegen. Manche Büsche waren ziemlich groß, wir schafften es zum Glück diesen auszuweichen. Lediglich die kleineren wurden von uns mit festgehaltenem Lenkrad platt gemacht. Doch bald gewöhnten wir uns an den geändernden Fahrstil und die Fahrt wurde wieder angenehmer. Nur beim Aussteigen mussten wir mit aller Kraft die Türen festhalten, die wurden uns fast aus der Hand gerissen.

Was so viele vor uns schon gesehen haben, wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen und steuerten geradewegs Mazarron – die Ziegenwiese – an. Bei Regen kamen wir an und staunten nicht schlecht über die mindestens 30, zum Teil äußerst großen Geschosse, überwiegend aus Deutschland. Den meisten sah man an, dass sie für längere Zeit dort bleiben. Wir suchten uns einen Platz (davon war trotzdem sehr viel da) und durften uns sofort über zwei traumhaft schöne Regenbogen erfreuen. Die Sonne bahnte sich zur Begrüßung nämlich direkt ihren Weg zu uns durch die dichten Wolken. Wo der Topf voll Gold ist, ist nun auch endlich geklärt 😉

Als wir am nächsten Morgen aufwachten, war wieder strahlender Sonnenschein und kein Wölkchen war noch am Himmel zu sehen. Dann gingen wir erstmal gründlich die Gegend erkunden. Es gibt wunderschöne kleine Buchten mit Steinstränden, in denen man ungestört ist und die Seele baumeln lassen kann.

Wir blieben dort zwei Tage und fuhren dann weiter. Die Gegensätze dessen, was einem da ins Auge fällt, könnten gewaltiger nicht sein.

Zum Einen – man wird von den vielen, weißen Gewächshäusern regelrecht erschlagen. Manche Anlagen scheinen hochmodern zu sein, andere hingegen sind zerfleddert und verwahrlost und der Müll am Feld lässt einen an die roten Tomaten aus dem Supermarkt zuhause denken, die man gekauft und gegessen hat. Von welchem Feld die wohl waren?

Zum Anderen – und das hat uns vor Freude weinen lassen – die Schönheit der Berge, die wir nach den weißen Plastikzelten passiert haben. Zur Linken befinden sich grün bewachsene Hügel, bei denen man an Hobbits denkt und zur Rechten ringen nackte Felsen um unsere Aufmerksamkeit und lassen uns klein und zerbrechlich wirken.

Kurz danach wurde die Umgebung wieder belebter und auf einmal schien die Straße direkt ins Meer zu führen.

Wir erreichten Águilas um die Mittagszeit, kauften ein und hielten langsam die Augen nach einem Übernachtungsplatz auf. Bei Pulpí fanden wir ihn. Genauer gesagt kurz vor Sant Juan de los Terreros – dort gibt es außer Ruinen, Palmen und Büschen nur noch Strand und das Meer. Es gibt dort unzählige Stellen, an denen ein Wohnmobil geschützt stehen kann. Das Wasser ist kristallklar und die Felsformationen sind einfach gigantisch. Im Sommer kann man dort mit Sicherheit toll baden gehen.

 

Am nächsten Tag fuhren wir leider weiter, wir wären wirklich gerne noch ein bisschen dort geblieben, aber uns zog es weiter. Die Straße entlang der weiteren Küste führte uns durch einige Touristenstädte, wie z.B. Mojácar. Es ist schon irgendwie beeindruckend, aber den Drang dort zu bleiben, hätten wir wohl im Leben nicht. Im Sommer, wenn die ganzen Menschen dort ihren Urlaub verbringen, würden wir erst recht nicht da sein wollen. Die Straße ging durch weitere Ortschaften und führte uns bis ganz hoch zu dem höchsten Berg. Als sich das Meer wieder gezeigt hat, konnten wir stehenbleiben und die atemberaubende Aussicht genießen. Selbst Alina liefen bei diesem Anblick Freudentränen über die Wangen.

Positiv beeindruckt hat uns auch Cabo de Gata – Nijar. Der Strand Las Negras ist schwarz und die Wellen tosten gegen unsichtbare Felsen. Dort fühlten wir uns allerdings nicht gerade sicher und so suchten wir uns Carboneras als Übernachtungsort aus. Dort folgten wir den Schildern zum Stellplatz „El Rancho“. Ein sehr netter, englischsprechender Betreiber, auf einem komplett eingezäuntem Gelände. Über Nacht schloss er uns ein und kam erst am nächsten Mittag wieder, kurz bevor wir wieder gefahren sind.

Da Ute sich dort ganz böse den Fuß verstaucht hatte, beschlossen wir, nicht weiter am Meer lang, sondern über die A7  zu fahren. Wir wollten Almería auf jeden Fall durchfahren und steuerten den Campingplatz in Roquetas de Mar an, um dort unsere Waren anzubieten. Kurz vor der Abfahrt staute es sich allerdings dermaßen, dass wir nach einem kurzen Blick auf die Stadt beschlossen, woanders unser Glück zu versuchen.

In Almerimar suchten wir nach einem Parkplatz, vergeblich, denn dort sind überall Verbotsschilder aufgestellt worden. Wir fanden dann aber doch noch einen schönen großen Parkplatz in Guardias Viejas, direkt an der Promenade, in der Nähe eines zu verkaufenden Hotels. Dort wurden wir zwar mal wieder von den Mücken zerfressen, standen aber wirklich gut dort.

Bis zum nächsten Mittag blieben wir dort, trieben dann unsere Kamele wieder an und ritten zwei Kilometer nach Los Baños de Guardias Viejas, wo wir einen wahnsinnig schönen Platz direkt am Meer entdeckten. Dort hat die Natur (oder wer auch immer) zwischen hohen Hecken etliche Parkbuchten geschaffen, die geradezu einladen, dort zu stehen. Ins Wasser kann man sich fast fallen lassen – traumhaft!

Wir beließen es allerdings beim Picknick am Strand und fuhren nach Balermas auf den Campingplatz Mar Azul. Nach der Anmeldung trauten wir unseren Augen nicht, trafen wir doch wieder auf unsere Freunde Willi und Liane, mit denen wir dann das ganze Wochenende hier verbrachten. Das Personal war ganz angetan von unserem Stand und wir begeisterten einmal mehr viele Menschen mit unseren schönen Waren.

Heute packen wir langsam wieder ein, um unseren Weg Richtung Motril fortzusetzen, wo wir und unser Stand bereits von dem Campingplatz Playa de Poniente in Puerto de Motril erwartet werden.

Wie habt ihr den 1. Advent verbracht? Wurdet ihr auch von der Sonne geküsst? Wir wünschen all unseren Lesern, wo auch immer ihr seid – Eine wunderbare Adventszeit!

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6 Kommentare

  1. Einfach toll Eure Berichte, Euer Mut, Euer Abenteuer. Wir sind mit Spannung bei Euch. Liebe Grüße aus Hamburg von Margrit und Petra

  2. Hallo :)
    Ich habe zufällig eure Webseite gefunden.
    Habe mir mal einen kurzen Überblick geschafft und bin begeistert.
    Werde ich auf jeden Fall verfolgen. Alleine schon deshalb weil ich auch einen Ducato 280 fahre, jetzt mit H Kennzeichen.
    Könnt ihr mir eine Frage beantworten? Vielleicht hab ich es auch überlesen… Wie macht ihr das mit dem Wäsche waschen? Habt ihr eine (Hand) Waschmaschine dabei, oder sucht ihr im Ort Wäschereien auf?
    Lieben Gruß und wunderschöne Reise wünscht
    Jörg

    • Hallo Jörg,
      es freut uns natürlich riesig, dass Du uns gefunden hast.
      Deine Frage beantworten wir Dir natürlich gern (wird irgendwann sicher auch noch mal ein Blogthema 😉 ): Wir haben keine Waschmaschine dabei und waschen zwischendurch mal per Hand, mal auf Campingplätzen oder in Wäschereien – also ganz gemischt.
      Danke für Deine Wünsche und liebe Grüße zurück von
      Ute, Zeenat und Alina

  3. Schade, das ihr euch nicht gemeldet habt, ich wohne doch zwischen mojacar und turre!

    Angela

    • Hallo Angela,
      hätten uns auch gern gemeldet, aber „Asche auf mein Haupt“ ich wusste nicht mehr, wo Du uns geschrieben hattest. Ich hatte ja gehofft, Du meldest Dich bei uns bevor wir in Deiner Gegend sind. Finde ich auch echt schade.
      Aber trotzdem ganz liebe Grüße und vielleicht klappt es ja ein anderes Mal
      Ute

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